Hochzeitsbrauch: Etwas Altes, Etwas Neues, Etwas Gebrauchtes, Etwas Blaues

Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne traditionelle Bräuche? „Something old, something new, something borrowed, something blue“ ist ein bekannter Spruch, ein Hochzeitsbrauch aus dem Good Old England viktorianischer Zeiten, der nach Amerika exportiert wurde und durch zahlreiche Hollywood-Filme  hat er mittlerweile auch bei uns Fuß gefasst.

Wie so viele alte Bräuche hat auch dieser seinen Ursprung im Aberglauben: Man erhoffte sich damit eine Extraportion Glück und wollte das Schicksal quasi beschwören oder bestechen. Einer Braut, die alle Elemente aus diesem Spruch als Symbol in ihrem Äußeren verbindet, muss doch einfach der Himmel auf Erden bevorstehen 🙂

Das Neue steht dabei für den neuen Lebensabschnitt, der jetzt beginnt, für den Neustart ins gemeinsame Eheglück.

Das Alte vertritt die Bindung an die Familie, an das Festhalten an Vertrautem und für Kontinuität.

Das Geborgte verheißt Hilfe von Freunden in schweren Zeiten und das Eingebettetsein in eine verlässliche Gemeinschaft. Nicht zu toppen ist etwas Geliehenes von einer Freundin, die selbst glücklich verheiratet ist.

Die Farbe Blau stand in alten Zeiten für Reinheit und Treue. Im  alten Rom waren viele Hochzeitsgewänder blau und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein fand sich diese Farbe bei vielen europäischen Hochzeitskleidern.

Doch auch ohne an diesen zweifelhaften Voodoo-Effekt zu glauben, können Sie sich diesen kleinen traditionellen Spielereien anschließen: Genießen Sie den Spaß und die Freude, die Sie daran haben, die verschiedenen Accessoires zusammenzustellen. Und so manche Oma oder Tante ist unglaublich stolz, wenn sie mit einem Erbstück die Feier bereichern darf, um den  Spruch zu erfüllen.

Was kann ich anziehen?

Wohl kaum eine Braut hat Probleme damit etwas Neues zu benennen, das sie an ihrem Hochzeitstag tragen wird, doch bei den anderen Kriterien muss man oft etwas länger nachdenken. Glücklich ist natürlich der, dessen Mutter oder Großmutter die eigenen Hochzeits-Schätze auf dem Speicher eingemottet hat. Hier bietet sich meist ein reichhaltiger Fundus für die Abteilungen „Something Old“ und „Something Borrowed“. Wer jetzt seufzend gestehen muss „In meiner Familie herrscht praktische Aufgeräumtheit“, dem kann vielleicht mit den folgenden Anregungen und Vorschlägen ein wenig weitergeholfen werden.

  • Etwas Altes:
    Teil des Brautkleides der Mutter/Schwiegermutter (Schleife, Band, einige Pailletten – auf oder unter das eigene Kleid geheftet), Familienschmuckstück, Das Hochzeitsbild der Eltern oder der erste Liebesbrief des Bräutigams  in der Handtasche, Spitzentaschentuch der Oma
  • Etwas Neues:
    Hochzeitsschuhe, Handschuhe, Dessous, Ohrringe, Handtasche, Seidenstrümpfe
  • Etwas Geborgtes
    Kette oder Armband der Freundin, 10-Euro-Schein vom Trauzeugen, Taschenspiegel
  • Etwas Blaues
    Dessous, Strumpfband, Blume oder Band im Brautstrauß, Nagellack an den Zehen (bei geschlossenen Schuhen 🙂 ), Lidschatten

Und dann ist da noch der Penny

Was viele nicht wissen: Der traditionelle Spruch geht eigentlich noch weiter und schließt nach der Auflistung der genannten vier Bestandteile mit „and a penny (oder sixpence) in her shoe“. Was diese (vermutlich sehr unbequeme) Münze in den Schuhen verheißen soll, braucht sicher nicht extra erklärt zu werden….

 

 

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