Namensrecht: Welchen Namen tragen Sie nach der Hochzeit?

Das deutsche Recht gestattet mittlerweile verschiedene Varianten des Nachnamens, die man bei einer Heirat auswählen und als seinen künftigen Nachnamen festlegen kann. Bei der Anmeldung zur standesamtlichen Trauung geben Sie Ihre Wahl an, bei der Trauung wird nochmals nachgefragt, ob es bei dieser Entscheidung geblieben ist. Ihre Unterschrift, die Ihr „Ja“ bei der standesamtlichen Eheschließung besiegelt, leisten Sie dann bereits mit Ihrem künftigen Ehenamen.

Die Möglichkeiten, die laut Namensrecht als Nachname nach einer Hochzeit zur Verfügung stehen, erläutere ich Ihnen am einfachsten, indem ich mit Ihnen eine Musterheirat durchspiele:

Nehmen wir an, Frau Berger heiratet Herrn Schmitz

Möglichkeit 1: Beide tragen nach der Heirat denselben Namen

Frau Schmitz und Herr Schmitz

Frau Berger und Herr Berger.

Welcher Name als gemeinsamer Ehename gewählt wird, bleibt dem Paar überlassen. Die traditionelle  Variante, dass die Frau den Namen des Mannes annimmt,  ist nach wie vor die am häufigsten gewählte. Die späteren gemeinsamen Kinder tragen dann diesen gemeinsamen Namen ihrer Eltern

Möglichkeit 2: Einer der beiden wählt einen Doppelnamen

Frau Schmitz-Berger und Herr Schmitz

Frau Berger-Schmitz und Herr Schmitz

Frau Berger und Herr Schmitz-Berger

Frau Berger und Herr Berger-Schmitz

Ob die Frau oder der Mann den Doppelnamen auswählt, ist egal, ebenso frei ist man bei der Festlegung der Reihenfolge der beiden zusammengefügten Namen.
Wichtig: Der andere behält seinen bisherigen Namen, es können also nicht beide einen Doppelnamen tragen.
Ausnahme: Bereits vor der Ehe trug einer der Eheleute einen Doppelnamen als Nachnamen; in diesem Fall kann dieser Doppelname zum Ehenamen werden. Jetzt noch einen dritten Part anzuhängen, geht allerdings nicht!
Noch eine Ausnahme: Wenn beide vor der Ehe den gleichen Namen getragen haben sollten, kann man daraus keinen Doppelnamen machen, sagt das Eherecht. Aus Frau Berger und Herrn Berger kann also kein Berger-Berger werden.

Als Familienname gilt der Name, den der Partner ohne Doppelnamen trägt. Diesen Namen erhalten dann auch die späteren gemeinsamen Kinder der Eheleute.
Der Doppelname kann jederzeit wieder abgelegt werden und auf den Familiennamen reduziert werden.

Möglichkeit 3: Beide behalten ihren bisherigen Nachnamen

Frau Berger und Herr Schmitz

Diese Variante wird in der letzten Zeit immer häufiger gewählt, vor allem, wenn beide Partner geschäftlich in hoher Position arbeiten.
Gemeinsame Kinder tragen dann allerdings einen der beiden Namen, der spätestens einen Monat nach der Geburt des ersten Kindes als Familienname festgelegt werden muss.

Bis zu fünf Jahren nach der Eheschließung kann sich übrigens laut Namensrecht noch einer der beiden Eheleute entscheiden, doch den Namen des anderen anzunehmen.

Es gibt komplizierte Sonderfälle

Natürlich gibt es beim viele einzelne kleine Detail- und Sonderfragen, beispielsweile für  Fälle von Wiederverheiratungen mit Doppelnamen, bei Ehen von Partnern unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten usw. Dies alles ist ausführlich geregelt im Familiennamenrechtsgesetzt. Ansprechpartner für diese Fragen ist Ihr Standesamt vor Ort.

 

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