Warum weiß bei der Hochzeit?

Seit den Anfängen der westlichen Zivilisation wurden Ehen unter Verwendung einer speziellen Kleidung, welche Kultur, Religion und wirtschaftliche Macht der Person symbolisiert, geschlossen. Die Wahl der Brautfarbe war ebenso wichtig wie die Zeremonie selbst, je nach Saison. Im antiken Rom wurde ein weißes Gewand bevorzugt, ein Schleier im Haar, möglichst mit Goldfäden durchwirkt und lila Blumen. Später wurden diese weißen Gewänder durch rote aus dem Osten verdrängt; aufwendiger Schmuck begann, die Haare zu schmücken.

Auch im Mittelalter gab das Brautkleid Aufschluss über den sozialen Status der Braut bzw. der Familie. Zum Zeichen für Reinheit bedeckte ein weißer Schleier das Gesicht; auch rot und grün waren Adelsfarben. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden Brautkleider mit Goldfäden bestickt. Während der Renaissance wurden Ehen zu noch luxuriöseren Ritualen: Kleider wurden mit äußerst aufwendigen Details versehen; Kirchengehorsame wählten Schwarz, vor allem in Spanien. Weiß stand weiterhin für Reinheit und Fruchtbarkeit und somit als Statussymbol.

Im 19. Jahrhundert wurden dann bei Debütantinnenbällen, wo junge Mädchen der Gesellschaft vorgestellt wurden, sowie bei Hochzeiten Weiß obligatorisch, als Zeichen der Jungfräulichkeit. Schleier werden anstelle einer Krone verwendet, weiße Blüten sollten Glück bringen.

Und Sie? Heiraten Sie in Weiß?

Bei den Heiratswilligen selbst gehen die Meinung allerdings ebenfalls ganz erheblich auseinander:

Ines, 24:  Warum soll man die alten Traditionen nicht pflegen? Bei meiner Hochzeit vor zwei Jahren habe ich ganz traditionell in Weiß geheiratet, das war schon immer mein Traum, es sollte ja mein schönster Tag werden, einfach unvergesslich. Ich habe unzählige Komplimente bekommen und mich wundervoll gefühlt, einfach umwerfend. Notfalls kann man ja Cremeweiß oder Champagner wählen. Noch heute fühle ich mich einfach toll, wenn die meine Hochzeitsfotos anschaue, auch wenn es vielleicht in wenig verrückt ist, eine so teure Robe für einen einzigen Tag zu kaufen. Aber man will eben einfach umwerfend aussehen und einzigartig an diesem unvergesslichen Tag; das ist wohl den Luxus wert.

Jessica, 30:  Auch bei der Hochzeit sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, weder bei der Art des Festes oder bei den Accessoires noch bei der Farbe. Erlaubt ist, was einem gefällt. Ich habe in Rot geheiratet, die Farbe der Liebe! Zuerst waren alle total entsetzt, aber dann haben Sie eingesehen, dass ich mir an meinen Hochzeitstag von niemandem Vorschriften machen lasse. Als kleines Mädchen wusste ich bereits, dass Weiß nicht meine Hochzeitsfarbe sein würde. Ich habe eine sehr helle Haut und Weiß macht mich nur noch blasser. Ich habe mich begehrenswert gefühlt, todschick und ich war ich selbst. Des Weiteren finde ich es total unsinnig, so viel Geld für einen einzigen Tag auszugeben und das weiße Brautkleid dann nie mehr anzuziehen. Mein Kleid habe ich danach noch bei anderen Gelegenheiten getragen; es ist nicht in der Mottenkiste gelandet. Ihr müsst nicht meinen, ich hätte eine generelle Abneigung bezüglich weißer Hochzeiten. Es sollte aber jeder frei entscheiden können und wählen, was zu einem passt. Man darf ruhig den Mut haben, auch mal gegen dem Strom zu schwimmen.

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