Hochzeitsfinanzplanung

Kutsche, Schloss, weiße Tauben & Co. – Die Liste der typischen Attribute einer Traumhochzeit ist lang. Und trotz aller Romantik, die man mit dem schönsten Tag im Leben verbindet – jedes dieser Attribute kostet auch Geld. Damit die Hochzeit weitgehend den eigenen Vorstellungen entspricht, das Budget auf der anderen Seite aber über die Maßen ausgereizt wird, ist solide Planung erforderlich. Das betrifft neben dem Termin, der Location und der Sitzordnung auch die Finanzen. Denn sie geben letztlich den Ausschlag, wie pompös oder schlicht gefeiert wird. Um dem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, ist es daher ratsam, rechtzeitig Geld auf die hohe Kante zu legen und alle Ausgaben vorab gewissenhaft zu planen.

5.000 Euro für Brautkleid, Ringe und Co.

2011 kostete eine Hochzeit durchschnittlich 4.000 bis 7.000 Euro (ohne Flitterwochen) und wurde mit 60 Gästen gefeiert. Angesichts der steten Teuerung dürfte dieser Wert inzwischen etwas höher liegen. Dabei gliedert sich der finanzielle Aufwand in viele kleine Posten, angefangen beim Kissen für die Ringe über den Blumenschmuck und die Bewirtung der Gäste bis hin zum Brautkleid und den Ringen. Alleine für das Menü bei der Hochzeitsfeier müssen zwischen 30 und 80 Euro pro Person veranschlagt werden, inklusive Getränken sind es bis zu 120 Euro. Ähnlich groß ist die Spanne bei den Ringen (bis zu 1.500 Euro), den Drucksachen und dem Styling. Je exklusiver der Geschmack, desto teurer wird es. Um den Überblick nicht zu verlieren, sollte ein Budgetplan aufgestellt werden.

Sparen für die Hochzeit

Wie die Wünsche finanziert werden, ist von Paar zu Paar unterschiedlich. Die meisten greifen auf ihre Ersparnisse zurück. Andere dürfen auf einen großzügigen Zuschuss der Eltern bauen. Ein Teil der Hochzeitsfinanzplanung lässt sich zudem über Geldgeschenke decken. Ab und an wird auch ein Kredit für die Hochzeit aufgenommen – das sollte aber die Ausnahme bleiben, weil dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Sinnvoller ist es, gezielt zu sparen. Dafür bleibt in der Regel ein Jahr Zeit. So lange dauert es im Schnitt von der Entscheidung, sich das Ja-Wort zu geben, bis zur Hochzeit. Nicht, weil man noch Bedenken hat, sondern weil es bisweilen recht schwer ist, einen Termin in einem der Wunschlokale zu erhalten und die Hochzeitsplanung insgesamt einige Zeit in Anspruch nimmt.

Die Finanzplanung früh in Angriff nehmen

Dieser Vorlauf ist auch nötig, um alles in trockene Tücher zu bringen. Mit der Finanzplanung sollte umgehend begonnen werden, inklusive Kassensturz. Als Sparformen für die Hochzeit bieten sich ausschließlich festverzinste Produkte an: Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld. Sie lassen sich sehr gut kalkulieren, bieten mit Ausnahme der Festgeldanlage ausreichend Flexibilität, verursachen keine Kosten und sind absolut sicher. Fonds und generell Wertpapiere bergen zu viele Risiken und sind auf kurze Sicht nicht rentabel genug.

Ideal: Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld

Das bekannteste Anlageprodukt dürfte das Sparbuch sein. Es wird von nahezu allen Banken angeboten, ist inzwischen aber nicht mehr up to date. Deutlich besser geeignet ist das Tagesgeldkonto. Bei beiden Optionen wird das Guthaben ab dem ersten Euro verzinst, beim Tagesgeld deutlich höher (aktuelle Konditionen finden Sie z.B. unter http://www.festgeldvergleich.org/tagesgeldvergleich.html) als beim Sparbuch. Zudem kann jederzeit frei über das gesamte Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verfügt werden, wohingegen beim Sparbuch lediglich Verfügungen von bis zu 2.000 Euro pro Monat möglich sind. Wer mehr Geld abheben möchte, muss beim Sparbuch Vorschusszinsen berappen. Festgeld basiert auf dem gleichen Grundgedanken, setzt allerdings eine Mindestanlage von durchschnittlich 2.500 Euro und etwas Geduld voraus. Das Kapital wird zu einem garantierten Zins fest angelegt und kann während der Laufzeit nicht abgehoben werden. Das macht nur Sinn, wenn bereits eine bestimmte Summe vorhanden ist und bis zur Hochzeit noch etwas Zeit verstreicht. Denn kurze Laufzeiten bringen kaum mehr Gewinn als ein Tagesgeldkonto. Zu beachten ist lediglich, das Fest- und Tagesgeld in der Regel nur online verwaltet werden können, was für junge Paare kein Problem darstellen sollte.

Sicher sparen

Für die Sicherheit der Ersparnisse sorgen die Richtlinien der Europäischen Union. Sie hat für sämtliche Mitgliedsstaaten verbindliche Standards festgelegt, bis zu welchem Betrag die Einlagen bei einer Bankenpleite geschützt werden müssen. Die gesetzlichen Einlagensicherungssysteme decken aktuell 100.000 Euro je Kunde und Bank ab, ob nun in Deutschland, Österreich, den Niederlanden oder in Frankreich. Bis zu diesem Betrag können nach Aussage der Stiftung Warentest auch die Angebote ausländischer Banken bedenkenlos genutzt werden. Noch umfassender ist der Schutz, wenn die Kreditinstitute einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angehören, die sich in Deutschland bereits seit Jahren etabliert haben, und denen sich auch einige ausländische Banken angeschlossen haben. Der Schutz reicht in dem Fall bis zu 100 Prozent der Kundengelder in unbegrenzter Höhe. Gedanken über die Sicherheit der Hochzeitsersparnisse muss man sich also nicht machen.

Das Sparschwein nicht erst auf den letzten Drücker füllen

Wie lange das Sparschwein bereits im Voraus gefüttert werden sollte, lässt sich nur schwer sagen. Grundsätzlich gilt: Je länger, desto besser. Paare, die mit dem Gedanken spielen, irgendwann zu heiraten, sind daher gut beraten, rechtzeitig ein Sparkonto einzurichten. Wird eher kurzfristig mit dem Sparen begonnen, können die Zinsen nur bedingt ihre Arbeit verrichten. Damit steht unter dem Strich nur ein Teil dessen, was letztendlich benötigt wird. Ein Jahr ist angesichts der Gesamtplanung – wie bereits erwähnt – ein durchaus realistischer Wert. Selbst, wenn beide Partner monatlich jeweils nur 50 Euro einzahlen, steht unter dem Strich ein Betrag von 1.200 Euro plus Zinsen. Bei 18 Monaten wären es bereits 1.800 Euro – fast die halbe Miete. Denkbar wäre auch, das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld zu sparen. Das richtet sich nach dem Budget und den finanziellen Möglichkeiten. Hinzu kommen die (sofern vorhanden) übrigen Ersparnisse, die vom Sparbuch schnellstmöglich auf ein Tagesgeldkonto umgebucht werden sollten, um von den höheren Zinsen zu profitieren.

Überzogene Vorstellungen revidieren

Wenn sich trotz Sparens nur ein Bruchteil der Wünsche realisieren lässt, ist Ursachenforschung nötig. Meistens scheitert es an den völlig überzogenen Vorstellungen, bei denen Wunschdenken und Realität kollidieren. Das wiederum ist eine Folge fehlender oder mangelhafter Finanzplanung. Blindlinks für weit über 100 Gäste zu planen, das teuerste Lokal zu favorisieren oder nur im Designerkleid heiraten zu wollen, funktioniert eben nur, wenn auch die nötigen finanziellen Mittel vorhanden sind.

Sparpotenziale ausloten

Reicht das Geld nicht aus, gibt es mehrere Möglichkeiten. Paare, die nicht von ihren ursprünglichen Plänen abweichen wollen, bleibt nur der Weg, einen Kredit aufzunehmen und langwierige Zahlungsverpflichtung einzugehen. Besser wäre es, Sparpotenziale auszuloten. Statt alle Bekannten und Freunde zur großen Feier einzuplanen, bietet sich zum Beispiel eine Feier im engeren Familienkreis an. Die Kollegen und Vereinskameraden können dann später zu einem Grillabend geladen werden. Auch bei der Deko und dem Catering lässt sich sparen, wenn diese Aufgaben mithilfe von Familie und Freunden in Eigenregie organisiert werden.

Geldgeschenke

Die beliebteste Variante, die Hochzeitskasse aufzufüllen, bleiben jedoch Geldgeschenke. Dazu sollten die Gäste explizit – aber bitte nicht plump – darauf hingewiesen werden, dass Bares gewünscht wird. Ein Zweizeiler auf der Einladung und eine Sparbüchse im Festsaal reichen völlig aus. Die Kosten lassen sich damit vermutlich nicht komplett decken, gleichwohl nehmen die Geschenke einen Teil der finanziellen Last von den Schultern des Paares.

Fazit: Eine Traumhochzeit ist auch mit kleinem Budget möglich

Jede Hochzeit ist ein großer Schritt. Damit der schönste Tag im Leben nicht am Geld scheitert, ist die Finanzplanung unumgänglich. Sie umfasst eine Übersicht der bereits vorhandenen Mittel, einen exakten Budgetplan und die Bereitschaft, für die Traumhochzeit zu sparen. Die wichtigsten Tipps dazu im Überblick:

  • Pech im Spiel, Glück in der Liebe: Diese Weisheit sollte man bei der Hochzeitsfinanzplanung ganz schnell über Bord werfen. Sicherheit ist Trumpf. Von daher sind verzinsliche Anlageprodukte optimal. Wird längerfristig geplant, kann Festgeld zum Einsatz kommen. Ansonsten ist das Tagesgeldkonto die beste Wahl.
  • Den Rahmen für die Hochzeit stecken die eigenen finanziellen Möglichkeiten und die Unterstützung durch die Eltern ab. Um sich ein Bild davon zu machen, sollten Paare notieren, wie viel Geld vorhanden ist, wie hoch der mögliche Zuschuss ausfällt und welcher Betrag bis zur Hochzeit gespart werden kann. Werden zusätzlich Geldgeschenke gewünscht, wächst das Budget – allerdings darf diesbezüglich nicht zu hoch gepokert werden.
  • Ein paar Abstriche hier und da sind bei nahezu jeder Hochzeit nötig. Bleibt man von Anfang an realistisch, gibt es keine bösen Überraschungen.
  • Sparmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, senkt die Kosten: Vielleicht gibt es Bekannte, die das Styling übernehmen, die Deko im Festsaal organisieren, professionell fotografieren oder kostenlos eine Kutsche bzw. das Auto zur Verfügung stellen. Auch bei der Location lässt sich viel Geld sparen. Ein Schloss ist vermutlich schöner, der Saal in der Stammkneipe oder im Sportlerheim dafür gemütlicher.
  • Die Hochzeit auf Pump zu finanzieren, sollte immer nur der allerletzte Ausweg sein. Mit Schulden von mehreren Tausend Euro in die Ehe zu starten, stellt eine Belastung dar – nicht nur finanzieller Art.

Redaktioneller Hinweis
Diese Informationen zum Thema „Hochzeitsfinanzplanung“ wurden von der Redaktion des Portals Festgeldvergleich.org für Sie zusammengestellt.

Comments

  1. Andreas says:

    Sparen helfen kann natürlich auch ein Wedding-Planner. Ist er gut, dann amortisiert sich sein Honorar schnell durch Rabatte, die von seinem Dienstleister-Netzwerk erhält. Und was Trauringe angeht, so bieten viele Juweliere Null-Prozent-Finanzierungen an. Wer seine Finanzplanung im Griff hat, sollte sowas nutzen. Denn über 10 Monate für Null Zinsen finanziert ist selbst ein Trauringpaar für 3000,– € durchaus machbar.

    Hinzu kommen natürlich die Geldgeschenke der Hochzeitsgäste, die das Budget dann schon wieder ganz anders aussehen lassen.

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